Ein Zuhause, das mit den Bedürfnissen seiner Bewohner mitwächst, ist mehr als nur ein Ort zum Leben. Es ist eine Grundlage für Selbstständigkeit und Lebensqualität, unabhängig von Alter oder körperlichen Einschränkungen. Die Gestaltung von barrierefreies wohnen ermöglicht es Menschen, ihr Eigenheim oder ihre Mietwohnung ohne Hindernisse zu nutzen und sich sicher und komfortabel zu bewegen. Dies ist nicht nur für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen relevant, sondern schafft auch für Familien mit kleinen Kindern oder temporär eingeschränkte Personen eine deutlich verbesserte Wohnsituation.
Overview
- Barrierefreies Wohnen bedeutet, ein Zuhause ohne physische Hindernisse zu schaffen und so die Selbstständigkeit zu fördern.
- Die Planung sollte frühzeitig beginnen und alle Wohnbereiche umfassen, um optimale Lösungen zu finden.
- Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Bad mit bodengleichen Duschen, unterfahrbaren Waschbecken und stabilen Haltegriffen.
- Küchen lassen sich durch höhenverstellbare Arbeitsplatten und leicht erreichbare Geräte funktional anpassen.
- Breitere Türen, schwellenfreie Übergänge und gut beleuchtete Wege sind essenziell für die Bewegungsfreiheit.
- Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten und Zuschüsse in DE, beispielsweise von der KfW, für barrierefreies wohnen.
- Intelligente Haustechnik kann die Lebensqualität und Sicherheit zusätzlich erhöhen und den Alltag erleichtern.
Grundlagen und Planung für barrierefreies wohnen
Die Definition von barrierefreies wohnen ist klar: Räume müssen so gestaltet sein, dass sie von Menschen mit jeglicher Form von körperlicher Einschränkung oder Behinderung eigenständig und uneingeschränkt genutzt werden können. Dies umfasst den Zugang zum Gebäude, die Bewegung innerhalb der Wohnung sowie die Nutzung aller Einrichtungsgegenstände und technischen Hilfen. Eine frühzeitige und umfassende Planung ist der Schlüssel zum Erfolg. Bevor Sie mit Umbauten beginnen, ist es ratsam, eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingeht und Sie über die Einhaltung relevanter DIN-Normen (wie DIN 18040 für barrierefreies Bauen in DE) informiert. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur aktuelle Anforderungen, sondern auch potenzielle zukünftige Bedürfnisse. Denken Sie an breite Flure (mindestens 120 cm), schwellenlose Übergänge zwischen Räumen und ausreichend Bewegungsflächen vor Möbeln und Sanitärobjekten. Auch die Positionierung von Lichtschaltern und Steckdosen auf einer gut erreichbaren Höhe ist wichtig, um den Alltag zu vereinfachen und die Sicherheit zu gewährleisten.
Barrierefreiheit im Bad: Ein wichtiger Schritt zum barrierefreies wohnen
Das Badezimmer ist oft der Bereich, der die größten Herausforderungen für barrierefreies wohnen birgt. Hier stehen Sicherheit und Funktionalität im Vordergrund. Eine bodengleiche Dusche mit rutschfestem Belag ist hierbei die wohl wichtigste Maßnahme. Sie ermöglicht den einfachen Zugang ohne Stolperfallen und kann bei Bedarf auch mit einem Duschstuhl genutzt werden. Ein klappbarer Sitz in der Dusche erhöht den Komfort zusätzlich. Das Waschbecken sollte unterfahrbar sein, idealerweise mit einem kippbaren Spiegel, der sich an verschiedene Höhen anpassen lässt. Haltegriffe an Toilette und Dusche sind unerlässlich und sollten stabil sowie ergonomisch geformt sein. Die Toilette selbst kann in ihrer Höhe angepasst werden, und eine Dusch-WC-Funktion bietet zusätzlichen Komfort und Hygiene. Achten Sie auf ausreichend Bewegungsfläche, besonders für Rollstuhlnutzer, um ein bequemes Rangieren zu ermöglichen. Eine Notrufoption oder leicht erreichbare Alarmknöpfe können die Sicherheit zusätzlich steigern.
Die Küche anpassen: Funktionalität für barrierefreies wohnen
Auch die Küche lässt sich hervorragend für barrierefreies wohnen gestalten. Der Schlüssel liegt hier in der Flexibilität und Ergonomie. Höhenverstellbare Arbeitsplatten und Oberschränke, die per Knopfdruck absenkbar sind, ermöglichen eine Anpassung an stehende und sitzende Nutzer. Backöfen und Geschirrspüler können auf einer angenehmen Greifhöhe eingebaut werden, um mühsames Bücken zu vermeiden. Ein unterfahrbares Kochfeld und eine Spüle schaffen Raum für Rollstuhlnutzer. Achten Sie auf leichtgängige Schubladen mit Vollauszug und Griffe, die gut zu greifen sind, auch bei eingeschränkter Handfunktion. Induktionskochfelder bieten zusätzliche Sicherheit, da sie nur bei direktem Kontakt mit Kochgeschirr Wärme erzeugen und sich automatisch abschalten können. Eine gute Beleuchtung der Arbeitsflächen ist ebenfalls essenziell, um die Sicht zu verbessern und Schattenwürfe zu vermeiden, was die Sicherheit beim Zubereiten von Speisen erhöht.
Flächen und Zugänge gestalten für barrierefreies wohnen
Der Zugang zum Haus und die Bewegung innerhalb der Wohnräume sind fundamentale Aspekte von barrierefreies wohnen. Schwellenlose Eingangstüren und Rampen statt Stufen ermöglichen den einfachen Zugang zum Gebäude. Eine ausreichende Breite der Haustür (mindestens 90 cm) ist ebenso wichtig wie eine gute Beleuchtung des Eingangsbereichs. Im Innenbereich sollten Türen ebenfalls eine Mindestbreite von 90 cm haben und leicht zu öffnen sein, beispielsweise mit Drückergarnituren statt runden Knäufen. Vermeiden Sie Teppichböden mit hohem Flor, da diese Stolperfallen darstellen können oder das Rollen eines Rollstuhls erschweren. Stattdessen sind glatte, rutschfeste Bodenbeläge zu bevorzugen. Auch die Installation eines Treppenlifts oder eines Homelifts kann in mehrstöckigen Gebäuden eine wertvolle Ergänzung sein, um alle Ebenen des Hauses zugänglich zu machen. Denken Sie auch an Smart-Home-Lösungen, die Beleuchtung, Heizung oder Türöffner per Sprachbefehl oder Tablet steuern lassen, was den Alltag erheblich vereinfachen und die Kontrolle über das eigene Zuhause verbessern kann.
